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MANFRED DEIX trifft WERNER BERG | ab 20. Mai 2020

Die Gegenüberstellung der charakteristischen Menschendarstellungen von Manfred Deix und Werner Berg soll zeigen, wie einerseits Eigentümlichkeiten und Besonderheiten eines Menschenschlages einer bestimmten Region ihren künstlerischen Niederschlag finden, wie es aber auch möglich ist, nationalistischer Selbstherrlichkeit, bösartigen Chauvinismus und bornierter Verklemmtheit durch überspitzte Darstellung eine klare Absage zu erteilen. Anhand des schmalen Grates zwischen Typologie und Karikatur sollen zentrale Fragen von Gruppenidentitäten bildhaft erörtert werden.

Nach so viel Leid, mit dem die nationalen Konflikte nach den beiden Weltkriegen und die Schrecken des Nationalsozialismus für die Menschen Südkärntens erinnernd oft verbunden sind, muss es möglich sein, mit einem Augenzwinkern auf vermeintlich „völkische“ Eigenheiten zu blicken.

Absichtlich unernst, widersetzt sich die Ausstellung dem Wunsch, Menschen wie auch Kunstwerke zu kategorisieren, sie nationalistischen Normen unterzuordnen.

Zahlreiche Ölbilder, Holzschnitte, Aquarelle, Zeichnungen und Skizzen Werner Bergs von den späten 1920er bis frühen 1980er Jahren zeigen eine Vielzahl von Menschen, die im Abstimmungsgebiet gelebt haben und wohl auch an der Volksabstimmung im Jahre 1920 teilgenommen haben. So werden uns deren Leben und Eigenart künstlerisch vor Augen geführt.
Anhand von Werner Bergs Lebenslauf kann die Frage der Wählbarkeit einer Identität, wie auch einer Heimatregion, exemplarisch aufgezeigt werden.

Deix erarbeitete in überspitzter Typologie ein Charakterbild des Österreichers – überzeichnet und auf die Spitze getrieben, wie es der Karikatur und ihrem oft beißendem Humor eigen ist. Manfred Deix wies mit seinem Bild des typischen Österreichers durch Jahrzehnte auf gesellschaftliche Schwachstellen und Fehler hin. Seine Karikaturen können mit als Motor gesellschaftlicher Veränderungen, einer anderen Wahrnehmung der eigenen Vergangenheit und Identität ausgemacht werden und sind somit auch für eine Veränderung des kollektiven Selbstbildes verantwortlich.
Die Gegenüberstellung zeigt, welch großartiger Zeichner von Menschen Manfred Deix war und eröffnet gleichzeitig eine neue Sichtweise auf den tiefgründigen, durchaus an die Karikatur grenzenden Humor vieler Arbeiten Werner Bergs.

Die Ausstellung wird - in Zusammenarbeit mit Marietta Deix, sowie dem Karikaturmuseum Krems - von Dr. Harald Scheicher kuratiert und findet im Rahmen der Kärntner Landesausstellung „CARINTHIja 2020 -100 Jahre Kärntner Volksabstimmung, Zeitreisen und Perspektiven“ statt.

Großflächige Fassadengestaltungen erweitern die Ausstellung in den öffentlichen Raum, Skulpturen von Werner Hofmeister im Garten des Museums thematisieren Zeichen und Ursprung.